Johanna Homfeldt- eine Ur-Radduscherin

Johanna Homfeldt
Quelle: Kliche,Voigt: Raddusch im Wandel der Zeit
 

Johanna Homfeldt wurde am 24.02.1922 als eines von 4 weiteren Geschwistern in Raddusch geboren. Ihr Vater war der Weltkriegsinvalide August Beesk. Sie verstarb 2008 in Raddusch.

Zu ihrer Einschulung 1928 trugen nur noch wenige Kinder die wendische Tracht, man ging inzwischen mehrfach "in deutsch", wie die moderne Kleidung umgangsprachlich genannt wurde. Sie besuchte bis zum 14. Lebensjahr die Dorfschule und half dannach in der bäuerlichen Wirtschaft der Eltern mit. Als Jugendliche nahm sie oft in Sonntagstracht an Volkstänzen in Vetschau teil. Diese wurden in den 30iger Jahren immer dann veranstaltet, wenn ein Sonderzug aus Berlin mit Spreewaldgästen eintraf. Anschließend fuhren die Gäste zurück nach Raddusch um dort eine Kahnfahrt zu unternehmen. Johanna konnte sich durch die Teilnahme an den Volkstanzauftritten ein wenig Geld verdienen, denn es gab immerhin 3 Reichsmark für jede Veranstaltung.

Sie heiratete 1947 den Vetschauer Angestellten Georg Homfeldt, der in der dortigen Flachsröste beschäftigt war. Aus der Ehe gingen die Kinder Eberhard (1951) und Bernd (1955) hervor.

Von 1964 bis 1986 arbeitete sie als Köchin im Radduscher Kindergarten.

In ihrem Besitz befanden sich komplette Trachten und auch eine Taftschürze, die der Großvater Peth schon 1912 im Berliner Kaufhaus Hertie kaufte und ihr später schenkte.

 

 
Quelle: Das Spreewalddorf Raddusch, 1. Aufl. Domowina-Verlag 1994
 
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